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Vögel im Garten unterstützen

di paula polak - ingenieurbüro für naturnahe landschaftsplanung
Herausgegeben von in Tiere im Naturgarten ·
Tags: WildvögelUmweltschutzVögelimGartenVogelfutterNisthilfen
Vögel! Was für ein riesiges Themenfeld - selbst dann noch, wenn man sich auf heimische Vögel beschränkt! Aber gerade jetzt im Frühjahr, wo sie mit ihren Balzrufen, Hochzeitstänzen und bunten Federnkleidern die Aufmerksamkeit Aller auf sich ziehen, kann man sie eigentlich gar nicht ignorieren.

Also dann: Vögel! Da es - wie bereits erwähnt - derartig viele verschiedene Vogelarten in Österreich gibt, möchte ich gar nicht erst versuchen auf jede einzelne Art einzugehen - dafür gibt es eigene Bücher. Viel mehr soll sich heute alles darum drehen, wie man die lieben Vöglein am besten im eigenen Garten unterstützen kann, nämlich vor allem bezogen auf die angebotenen Nahrungsquellen und die geeigneten Nistplätze.

 
Zunächst einmal zur Ernährung
Verschiedene Vögel haben auch sehr unterschiedliche Ernährungsvorlieben. Manche fressen ausschließlich Samen, wie zum Beispiel der Stieglitz (siehe Foto rechts). Für ihn und einige andere Vogelarten ist Körnerfutter zu bevorzugen, wobei es auch hier (bei den richtigen Anbietern) eine große Auswahl an unterschiedlichen Mischungen für unterschiedliche Arten gibt. Auch ein guter Tipp: große Samenstände wie zum Beispiel von der Königskerze im Herbst stehen lassen, dann bedienen sich die Vöglein auch an denen.

Andere Arten bevorzugen Fettfutter, wie Meisenknödel oder gar Insekten. Dazu zählen nicht nur Kohl- und Blaumeise, sondern unter anderem auch Spatzen und der Buntspecht (siehe Foto rechts). Da dieser jedoch ganz schön schwer und wild sein kann, braucht dieser besonders stabile Vogelfutteraufhängungen. Im Allgemeinen rate ich von Meisenknödeln in Plastiknetzen ab. 1. Sind diese ganz schön hässlich, wenn sie leer in der Hecke rum hängen oder im Frühjahr am Boden rumgammeln, 2. wollen wir ja unnötigen Plastikmüll vermeiden, und 3. können Vögel in den Plastikmaschen hängen bleiben und sich schwer verletzten.

Vor allem im städtischen und stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten, wird es von Ornithologen aufgrund von starken Pestizideinsatz und daher wenigen Insekten, empfohlen, ganzjährig zu füttern und nicht nur in den Wintermonaten. Ich füttere ganzjährig ein sehr breit gefächertes Spektrum an Futter: verschiedene Körnermischungen, Meisenknödel, Insekten in Fettringen, etc. und habe so das Vergnügen täglich meine eigene Vogelbeobachtungsstation zur Verfügung zu haben. Zu mir kommen: Bunt- und Grünspecht, Stieglitz, Blau-, Kohl-, Schwanz-, Tannen- und Weidenmeise, Dompfaff (Gimpl), Kernbeißer, Kleiber, Baumläufer, Grün-, Buch- und andere Finkenarten, Rotkehlchen und Rotschwänzchen, Amseln, und Zaunkönig, sowie das seltene Wintergoldhähnchen.
Und Eichhörnchen, aber das ist ein anderes Thema.

Die Vogelbrut
Auch kann man unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, um den Vögeln bei der Brut zu helfen. So ist es zum Bespiel möglich sie bei ihren natürlichen Nestbautätigkeiten zu unterstützen, indem man im Herbst einige lange Gräser stehen lässt, die sie im Frühjahr zum Nestbauen verwenden können. Wenn Sie sich an einen früheren Beitrag über Schmetterlinge erinnern, so wissen Sie, dass dies auch verschiedenen anderen Tierarten zugute kommt. Außerdem sehr beliebt für den Nestbau sind Hundehaare (siehe Titelfoto)! Ob Sie's glauben oder nicht: die meisten Vögel lieben Hundehaare, da diese schön warm halten, sich nicht so leicht mit Feuchtigkeit vollsaugen und durch ihren Geruch lästige Räuber, wie zum Beispiel den Marder, fernhalten (kleiner Tipp am Rande: Hundehaare unter der Motorhaube haben dort den selben Effekt und können vor lästigem Kabelverbiss schützen!). Wenn Sie also das nächste Mal ihren Hund bürsten oder scheren, werfen Sie das Fell nicht in den Bio-Mist, sondern in den Garten, zur freien Entnahme für alle Vögel.
 
Natürlich können Vögel auch unterstützt werden, indem Nistkästen aufgehängt werden. Dies wird vor allem in städtischen Gebieten immer wichtiger, da Häuser, Mauern und andere Bauwerke zunehmen saniert werden und alte, hohle Bäume meist aus Sicherheitsgründen frühzeitig gefällt werden, wodurch die natürlichen Nistplätze für viele Vogelarten verschwinden. Dazu muss man wissen, dass Vögel je nach Art ganz unterschiedliche Plätze bevorzugen und Nester bauen. Schwalben z.B. bevorzugen Brutplätze mit wenig Platz über dem Nest. Findet man heruntergefallene oder geschlagene Schwalbennester, kann man versuchen, sie mit Hilfe eines Brettes neu zu montieren (siehe Foto rechts). Das bedeutet zusammengefasst: Nisthilfe, ist nicht gleich Nisthilfe!

Ganz im Allgemeinen gilt jedoch, dass Nistkästen auf mindestens  2 bis 3 Meter Höhe hängen sollten, im Idealfall noch höher. Außerdem müssen sie so fix montiert werden, dass sie auch bei starkem Sturm nicht hinunter fallen können. Achten Sie außerdem, dass die Nistkästen weder durch einen nahen Baum, noch durch einen Holzstapel an der Hauswand von Katzen, Mardern, Eichhörnchen und Co leicht erreicht werden können. Wenn Sie vorne an das Häuschen einen gut verzweigten Ast montieren, unterstützen Sie außerdem die Jungvögel. Diese können dann in aller Ruhe vor ihrem ersten Flug das Nest verlassen, ohne gleich hinunter in den Rachen einer Katze zu fallen, die dort möglicherweise schon geduldig auf ihre Chance wartet. Hier zu sehen im Foto rechts: eine junge Kohlmeise ruht sich noch einen Moment aus, bevor sie ihren ersten richtigen Flug wagt.

Am besten sollten Brutkästen außerdem so aufgehängt werden, dass sie leicht nach vorne neigen - so verhindert man, dass es selbst bei starken Unwettern hinein regnet. Die genaue Ausrichtung  nach Himmelsrichtungen spielt meiner Erfahrung nach eine weniger wichtige Rolle, als die bisher genannten Parameter.
Achten Sie darauf, dass Sie die Kästen trotz allem so aufhängen, dass Sie diese im Herbst leicht erreichen können, um die darin befindlichen Nester wegzuräumen. Dies ist aus mehreren Gründen sinnvoll: Altnester sind Brutnester für Parasiten. Darin nicht geschlüpfte (siehe Titelfoto und Foto rechts) oder kaputtgegangene Eier, sowie verendete Jungvögel können nicht - wie bei einem natürlichen Nest - von der Mutter oder den Geschwistern aus dem Nest geschmissen werden. Daher ist es wichtig, dass wir das für sie tun - vor allem, wenn ein Brutkasten über Jahre hin Verwendung finden soll. Natürliche Nester werden im Gegensatz dazu nämlich selten öfter als zwei oder drei Jahre verwendet, da sie meistens durch Wind und Wetter zerstört werden.
 
Soweit zum Allgemeinen, weiter zum Speziellen: Wie gesagt bevorzugen verschiedene Vogelarten auch unterschiedliche Nistmöglichkeiten. Die "üblichen" Nistkästen, die man im Allgemeinen im Baumarkt bekommt, sind meistens für Meisen oder Kleiber geeignet. Andere Vogelarten, wie Baumläufer, Specht oder auch der seltene Eisvogel (siehe Foto rechts, aufgenommen am Schwimmteich einer meiner Kundinnen) haben jedoch andere, besondere Ansprüche an ihren Brutplatz (Form, Einflugloch, etc.).
Zum Selberbasteln gibt es sehr gute Bauanleitungen für viele verschiedene Vogelarten, so zum Beispiel vom Deutschen Naturschutzbund. Wer nicht so gerne bastelt, aber trotzdem eine spezielle Vogelart unterstützen möchte, der findet bei der deutschen Firma Vivara tolle Nisthilfen und viele unterschiedliche Vogelfutterarten.
 
Und welche Vogelarten konnten Sie bisher in Ihrem Naturgarten so beobachten?



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