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Im Februar wird es deutlich: Schnee ist auch nur Wasser!

di paula polak - ingenieurbüro für naturnahe landschaftsplanung
Herausgegeben von in Wasser im Garten ·
Tags: HandbuchWasserimGartenAlgenWasserpflanzen
…wenn auch in gefrorener Form – egal, ob nun unter dem Mikroskop, mit seinen wunderschönen Kristallstrukturen, oder als rußgrauer Matsch in den Städten.

Nicht nur deckt Wasser – in Form von Schnee – meine Garten zu, „Wasser im Garten“ deckt momentan auch meine Gedanken zu.
 
Rätselhaft? Ich meine damit mein Buch, das dicker und dicker wird und daher noch immer nicht fertig ist, aber hoffentlich trotzdem im Sommer in den Schaufenstern liegen wird.
Und da man bei den momentanen Temperaturen so wie so nicht aus dem Haus will (Man bedenke: wir haben gerade den kältesten Jänner seit 30 Jahren hinter uns gebracht! Wenn man so alt ist wie meine Tochter, dann war dies, der kälteste jemals erlebte Jänner) bleibt ja etwas Zeit zum Lesen. Hier also ein paar kurze Ausschnitte aus meinem neuen Buch – den Rest gibt`s dann (vorraussichtlich) ab Juni zu kaufen:

"Pflanzen
...im (Schwimm-)Teich sind nicht nur schön anzusehen und wertvoll für Insekten, sie tragen auch wesentlich zur Reinigung des Wassers bei, indem sie einerseits Sauerstoff direkt ins Wasser bringen, andererseits zerlegte Nährstoffe dem Wasser entziehen. Sie bauen damit ihre Wurzeln, ihre Spross- und Blattmasse auf. Im Herbst können wir dann mittels Rückschnitt die so gebundenen Nährstoffe aus dem System Teich entnehmen, bevor die Pflanzenreste ins Wasser fallen, und wieder mineralisiert  werden.

Zahlreiche Pflanzenarten leben im und um den Teich. Sie haben verschiedene Strategien entwickelt, um mit Sonderstandorten mit feuchtem, nassem, oder überschwemmtem Boden zurecht zu kommen. Dazu kommt, dass sich die ökologischen Verhältnisse vom Ufer her bis zum Tiefwasser fortlaufend ändern, und in jeder Zone nur ganz bestimmte Formtypen lebensfähig sind. In heißen Sommern sinkt der Wasserspiegel wegen der Verdunstung oft stark ab – pro Tag können das schon 1–2cm sein, und Randzonen der Teiche können sogar ganz austrocknen. Diese Bedingungen bedürfen ganz spezieller Anpassungsleistungen von Seiten der Pflanzen.

In künstlich angelegten Teichen fallen die Schwankungen des Wasserspiegels meist nicht so dramatisch aus, wird das Wasser doch ohnehin meist nachgefüllt – aus optischen Gründen, aber auch weil wir gerade im Sommer bei Schwimmteichen  möglichst tiefes, kühles Wasser bevorzugen.

Pflanzen um und im Teich werden – grob gesehen – nach der Wassertiefe und ihren Strategien dazu eingeteilt:
  • Sumpfpflanzen (Helophyten)
  • Wasserpflanzen (Hydrophyten)
    • Amphibische Pflanzen
    • Schwimmblattpflanzen
    • Unterwasserpflanzen


Und warum wachsen gerade Algen oft so stark?
Grundsätzlich wuchern Algen, wenn so viele Nährstoffe im freien Wasser sind, dass sie nicht schnell genug von höheren Pflanzen aufgenommen werden können. Ein Teil der Stoffe sollte ja sedimentiert sein, d.h. quasi unbewegt am Bodengrund liegen. Sie können allerdings durch Schwimmen und Springen im  bzw. in den Teich, aufgewühlt, und so wieder ins Wasser rückgelöst werden. Deshalb ist es wichtig, den Bodengrund der Nutzzone regelmäßig zu reinigen. Höhere Pflanzen reproduzieren pro Tag nur einen Bruchteil ihrer bereits vorhandenen Biomasse, sie können ihre Größe und Blattmasse also nicht quasi über Nacht verdoppeln. Phytoplankter hingegen können bei ausreichender Licht- und Nährstoffversorgung bis zum Achtfachen ihrer Biomasse reproduzieren – sich also von einen auf den anderen Tag um das 8fache vermehren! Ist also genügen Nahrung und Sonne vorhanden, steht der explosionsartigen Algenvermehrung nicht mehr im Weg.
Die wichtigste Einflussgröße für das Algenwachstum im Wasser stellt in der Regel Phosphor dar. Das „Redfield-Verhältnis besagt, dass 1g Phosphor ca. 1kg Algen produziert, wobei der inkludierte Wassergehalt der Algen bei 90% liegt. Dies bedeutet, 1g Phorphor führt zu einem Algenzuwachs von 100g im getrockneten Zustand.
Manche Algenarten sind aber auch an niedrige Phosphorkonzentrationen angepasst, sodass auch Schwimmteichen mit einem Phosphorgehalt <10μg/L Algen auftreten können. Dies sind in erster Linie fädige  Grünalgen, denn netterweise können Cyanobakterien (vulgo Blaualgen) mit  wenig Phosphor nichts anfangen………"


Mehr  zum Thema Pflanzen im Schwimmteich, sowie viele weitere interessante Wasser-Themen finden Sie dann vorraussichtlich ab Juni 2017 in meinem neuen Buch "HANDBUCH WASSER IM GARTEN"
(erscheint im Löwenzahnverlag).



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