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2 Vitaminschleudern im April: Bärlauch und Feigwurz

di paula polak - ingenieurbüro für naturnahe landschaftsplanung
Herausgegeben von in Pflanzen ·
Tags: WildpflanzenessbarePflanzenPflanzedesMonats
Vitamin 1: Der Bärlauch
(Allium ursinum) wird auf den Märkten um satte 2€ pro Büschel verkauft, im westlichen Wienerwald wächst er zum Mähen mit der Sense (obwohl an dieser Stelle anzumerken ist, dass dies aus Naturschutzgründen selbstverständlich verboten ist!). Auch im Garten eignet er sich wunderbar als Schattenbodendecker, dann hat man das Gemüse gleich vor der Haustür.

Der Bärlauch nutzt die Kraft der Aprilsonne (wenn sie denn mal scheint), die durch die noch unbelaubten Baumkronen dringt, und bildet einen dichten grünen Teppich.Einen ausgesprochen gesunden Teppich: der Bärlauch verleiht Bärenkräfte dank des hohen Vitamin-C Gehalts und der schwefelartigen ätherischen Öle. Dies wirkt sich positiv auf die Verdauung, auf Magen, Darm, Leber und Galle aus. Bärlauch regt den Stoffwechsel an, wirkt gegen Arterienverkalkung und hohen Cholesterinspiegel. Wobei: keine Ahnung, welche Mengen man dafür zu sich nehmen muss. Den höchsten Gehalt an Inhaltsstoffen enthalten jedenfalls die jungen Blätter, sobald die Blütenbildung beginnt, geht dort die Energie hin.
 
Mein Tipp: iss so viel davon, wie dir schmeckt, es gibt unendlich viele Rezepte, und ein freier Platz in der U-Bahn ist dir bei ausreichendem Genuss auch sicher. Einfrieren lässt er sich nur fein püriert, die ganzen Blätter werden nach dem Auftauen gummiartig, daher sollte man sie in diesem Fall noch in gefrorenem Zustand zerbröseln. Die weißen Blüten machen sich wunderbar auf Suppe oder Salat, die Samen kann man trocknen und in der Pfeffermühle mahlen.

Neben uns Menschen freuen sich: 18 Schwebfliegenarten, Bienen, Hummeln und einige Tagfalter: u.a. Landkärtchen, Kohlweißling, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Distelfalter.
 

Vitamin 2: Die Feigwurz
oder Scharbockskraut (Ranunculus ficaria.) Hat man sie einmal im Garten, verwandelt sie zuverlässig Wiesen und Beete Anfang April in ein gelbes Blütenmeer. Fasziniert davon sind Fliegen, Honigbienen, Sand- und Furchenbienen, sowie Käfer, die Blätter dienen als Raupenfutterpflanzen.Die frischen Blätter enthalten Vitamin C im Überfluss. Der Name leitet sich von Scharbock = Skorbut ab, da sie zu dessen Kurierung eingesetzt wurde. Neben Vitamin C enthält es Anemonin, Protoanemonin, Saponine und Gerbstoffe.
 
Man sollte die jungen Blätter unbedingt vor der Blüte ernten, denn danach - wenn sie stechend und bitter schmecken - sind sie leicht giftig. Ein bisschen bitter sind sie immer, deshalb verwende ich sie ausschließlich gemischt, in Salaten, Kräuteraufstrichen und -Suppen.
 
Beim Sammeln sollte man außerdem darauf achten, dass man das junge Scharbockskraut nicht mit der giftigen Haselwurz verwechselt. Die Blätter des Scharbockskrautes sind gekerbt, die der Haselwurz nicht. Blätter der Haselwurz sind auf der Unterseite außerdem oft trüb braunpurpurn angelaufen und riechen beim Zerreiben unangenehm scharf.
 
Die Blüten des Scharbockkrauts eignen sich außerdem hervorragend für Blütenkapern: Diese abwaschen und mit Salz bestreut einige Stunden stehen lassen, dann in kochendes Wasser geben, ein paar Mal aufkochen lassen. Abtropfen, mit kochendem Essig übergießen, in einem Nicht-Metallgefäss (am besten in Glas, da der scharfe Essigsäure auch lebensmittelechtes Plastik angreift und z.B. Weichmacher herauslösen kann) ca. 6 Tage zwischenlagern, noch mal aufkochen und in kleine Gläser füllen. Man kann die eingelegten Kapern auch mit anderen Gewürzen, wie Pfeffer, Senfkörnern oder Kren ergänzen. Ich werde heuer auch versuchen, die Blütenknospen in Salz/Olivenöl ein zu legen. Schau`ma mal.
Beim Trocknen werden die giftigen Inhaltsstoffe die den Blättern nach der Blüte innewohnen, abgebaut - dann eignen sich diese perfekt als Tee oder Suppengewürz. Getrunken soll der Tee hautreinigend wirken, im Sitzbad genossen Hämorrhoiden lindern.
 
Für die Gartengestaltung ist das Scharbockskraut der ideale Frühjahrsbodendecker zwischen den später austreibenden Stauden, da er im Mai/Juni wieder „einzieht“, d.h. seine Inhaltsstoffe in den Wurzelknöllchen speichert; die Blätter werden gelb und sterben ab, das stört aber auch optisch nicht, da sie inzwischen von den anderen Stauden bedeckt werden.
 
Eine absolut unterschätzte Pflanze, die meiner Meinung nach in keinem Garten fehlen sollte!


 



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