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Rot ist auch noch die Farbe für November (und Gelb und Orange)

di paula polak - ingenieurbüro für naturnahe landschaftsplanung
Herausgegeben von in Pflanzen ·
Tags: WildpfanzenPflanzedesMonats
Eigentlich wollte ich über Pflanzen schreiben, die jetzt, im November noch grün sind, ohne immergrün zu sein. Allein: der Herbst ist heuer so Indiansummer-artig, dass die Grünen noch warten können; bleiben wir bei den warmen Farben.
Als selbstklimmende Fassadenbegrünung bewährt sich die dreispitzige Jungfernrebe (Parthenocissus tricuspitata,  besser  bekannt als „Mauerkatze“ oder „Veitschii“. Veitschii klettert mit Hilfe von Haftscheiben, d.h. er hält sich fest, ohne mit seinen Wurzeln in die Fassade einzudringen, wie beispielsweise der Efeu.

Er schafft bis zu 20 Höhenmeter, und laut einer Studie der Boku (O.  Univ.-Prof. Dr. Florin Florineth) haben im WUK ein paar ca. 60 Jahre alte Pflanzen 2000m² Gebäudefläche besetzt. Er  hat, wie eine Katze eben, auch 9 Leben: hackt man ihn brutal ab, weil  beispielsweise die Fassade erneuert wird, treibt er zäh wieder durch, und wieder, und wieder.

Seine mikroklimatische Funktionen, Befeuchtung der Luft und Kühlung durch die Verdunstungskälte, werden besonders im urbanen Raum als sehr angenehm empfunden. Staub haftet an den Blättern, fällt im Herbst mit diesen ab, und wird ebenfalls mikrobiell zersetzt. So nebenbei schützt er auch noch die Fassade vor Witterungseinflüssen wie Sonne und Regen; somit ist die Katze auch ein Sparefroh.
 
Heimisch ist „Veitchii“ zwar in Asien, die unauffälligen grünlichen Blüten werden dennoch von Insekten besucht und die blauschwarzen Beeren (für Menschen ungenießbar) erfreuen im Herbst und Winter die Vögel.
 
Und nicht zu unterschätzen: die wunderbare Herbstfärbung, changierend von Gelb über Orange bis Dunkelrot. Im Titelfoto sieht man links im Bild die bunten Blätter des „Veitschii“ und rechts die simpelgelben des echten Weins. Hier ist es die Sorte „Isabella“, die Uhudlertraube, die auch  im kühlen Mauerbach wunderbar gedeiht.
Übrigens: den Namen hat der „Veitchii“ nicht von der schönen Veitsch, einem absolut empfehlenswerten Erholungsort im Mürztal, sondern von John Gould Veitch, dem britischen Botaniker, der die Mauerkatze nach Europa gebracht hat.





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