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Eidechsen in den Garten locken

di paula polak - ingenieurbüro für naturnahe landschaftsplanung
Herausgegeben von in Tiere im Naturgarten ·
Tags: TiereimNaturgartenReptilienRoteListeEichdechsenUmweltschutz
Jetzt hatten wir also schon Spinnen und Schmetterlinge, ein paar Weichtieren und auch ein einigen Amphibien. Es wird also Zeit für eine neue Tiergruppe: die Reptilien. Genauer gesagt um Echsen. Und um es nochmals zu präzisieren, um die echten Eidechsen, und darum, was man als artenvielfaltsliebende GartenbesitzerInnen so tun kann, um sie ein wenig zu unterstützen.

In Österreich gibt es 5 Gattungen, die zur Familie der echten Eidechsen gehören. Die Bestimmung von Eidechsen ist oftmals gar nicht so einfach, da ihre Färbung je nach Lebensalter, Geschlecht, Verbreitungsgebiet, Unterart und Jahreszeit auch innerhalb einer Art sehr variieren kann. Am Foto rechts kann man z.B. den Größenunterschied zwischen Mauereidechsen-Männchen und -Weibchen (das kleinere Tier) erkennen. Im Foto unten wiederum sieht man eine männliche Mauereidechse in ihrem "Paarungskleid" (=die Färbung der Haut) - den Rest des Jahres über, ist sie weniger auffällig gefärbt.


 
Die kroatische Gebirgseidechse kommt nur in Kärnten und Tirol vor und auch dort ist sie so selten, dass man eigentlich davon ausgeht, dass es auch dort keine Populationen mehr gibt. Die Smaragdeidechse ist zwar ebenfalls relativ selten, allerdings durch ihre Größe von bis zu 40cm und die auffällige Färbung trotzdem recht bekannt. Die Mauereidechse (siehe Titelfoto) ist vor allem im Norden und Nordosten Österreichs weit verbreitet, wohingegen die Zauneidechse (siehe Foto rechts) überall, ausgenommen in alpinen Gebieten vor kommt, womit sie zusammen mit der Wald- und Bergeidechse die am häufigsten vorkommende Art in Österreich ist. Die Wald- und Bergeidechse lebt vorwiegend in Gebieten, die auf über 500m Seehöhe liegen und ist damit in Österreich sehr weit verbreitet. Sie ist unter den Eidechsen eine ganz besondere Art, denn sie kann sowohl Eier legen, in denen sich die kleinen Jungeidechsen entwickeln, wie auch lebend gebären!
 
Echte Eidechsen haben ein recht weit gefächertes Nahrungsspektrum: Zwar ernähren sie sich in erster Linie von Insekten und gelten damit als wichtige Schädlings- und Lästlingsvernichter, sie fressen jedoch auch Jungtiere anderer Eidechsenarten, und zum Teil auch die süßen Früchte von Weintrauen, Brom- und Erdbeeren.
 

Damit sich Eidechsen an einem Ort wohl fühlen, müssen vier verschiedene Bedingungen vorherrschen
 
1. Es muss genügend Futter geben. Naturgärten mit großer (Insekten-)Artenvielfalt werden also englischen Gärten mit Sicherheit vorgezogen werden.
 
2. Es muss sonnige Plätze geben, am liebsten Steinhaufen (siehe Foto rechts) oder -Mauern, Trockenrasenflächen oder (Tot-)Holzhaufen, denn diese heizen sich in der Sonne (genauso wie auch Beton) hervorragend auf, speichern die Wärme und helfen somit den wechselwarmen Tieren, sich aufzuwärmen.
 
3. Es braucht geeignete Plätze für die Eiablage. Da Eidechsen ihre Eier im Allgemeinen nicht selbst ausbrüten, sondern diesen Job von warmer Erde erledigen lassen, ist es wichtig, dass solche Plätze ganzjährig besonnt werden und nicht ab dem Spätfrühling beschattet sind, weil zum Beispiel der Holzhaufen von Wiese überwuchert wurde.
 
4. Es braucht Mauerritzen und andere unzugängliche Orte, die als Versteckmöglichkeiten für adulte Tiere dienen können, schließlich haben auch diese noch viele Feinde: angefangen von Greifvögeln, über Hauskatzen, bis hin zu Füchsen, Igeln, Ratten und Schlangen - Eidechsen leben gefährlich! Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass es rund um jeden Sonnenplatz etwas Vegetation, oder andere Fluchtmöglichkeiten gibt.
Die Mauereidechse am Foto rechts scheint sehr zufrieden mit ihrem Versteck in einer Mauerritze!
 
Die hohe Zahl an Fressfeinden, sowie das Verschwinden von geeigneten Eiablageplätzen sind die Gründe, weshalb immer weniger Eidechsen schlüpfen und von diesen auch nur etwa 10-20% das Erwachsenenalter erreichen. Gelingt diese Übung jedoch, können echte Eidechsen (je nach Art), bis über 10 Jahre alt werden!
 
Es kann also einiges getan werden, um Eidechsen zu Schützen und ihnen bei der Verbreitung zu helfen. Nicht zuletzt dadurch, indem man mit anderen Menschen über die Gefährdungslage dieser Tierart spricht, oder sie anders darauf aufmerksam macht (siehe Foto unten)!

 
P.S. Will man die eigene Katze - vor allem in jungen Jahren, wenn sie noch sehr viel jagt - davon abhalten sich über Eidechsen und Jungvögel her zu machen, bindet man ihr am besten ein Halsband und Glöckchen um. Aber Achtung: dieses muss unbedingt mit einem Gummibändchen versehen sein, damit sich die Katze daraus befreien kann, sollte sie einmal wo hängen bleiben.





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